
Erinnern Sie sich noch an die Bilder der 84-jährigen Hildegard aus dem Ahrtal? Während der verheerenden Flutkatastrophe saß die Seniorin mit ihren Angehörigen nachts stundenlang auf einem Vordach ihres Hauses fest, umgeben von Wassermassen, umgestürzten Bäumen und Trümmern. Am nächsten Tag kreiste ein Einsatzhubschrauber über dem Dach; ein junger Feuerwehrmann aus Wiesbaden rettete Hildegard schließlich über eine Seilwinde. Das Video der Rettung ging um die Welt.
Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie sich Einsatzkräfte auf solche Situationen vorbereiten und was dafür notwendig ist? Im zurückliegenden Sommer gab es zahlreiche Großeinsätze, zuletzt den riesigen Waldbrand mit einer betroffenen Fläche von 3.000 ha an der belgisch-deutschen Grenze, der bei uns zumindest olfaktorisch noch wahrzunehmen war. Bis zu 500 Einsatzkräfte kämpften dort gegen die Flammen. Bei einem Schadensereignis, fachlich als Einsatzlagen bezeichnet, bei dem die Gesundheit oder das Leben vieler Menschen bedroht ist und die regulären Rettungskräfte nicht ausreichen, um die Situation zu bewältigen, tritt in Deutschland der Katastrophenschutz auf den Plan: Neben der Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen ermöglicht der Katastrophenschutz auch eine einheitliche Leitung des Einsatzes, die zentral alle beteiligten Einheiten koordiniert.
Da die Bewältigung sogenannter Großschadenslagen auf ein perfektes Zusammenspiel unterschiedlichster Einheiten, Organisationen und Behörden angewiesen ist, sind gemeinsame Übungen unverzichtbar. Ein wesentlicher Bestandteil des Katastrophenschutzes sind Realübungen, weil sie Aspekte abbilden, die reine Stabs- oder Simulationsübungen nicht erfassen können. Und bei solchen Realübungen soll ein Ereignis eben möglichst real gestaltet werden. Dazu gehören nicht nur reale Einsatzkräfte, die möglichst so handeln, wie sie es im Ernstfall tun würden, sondern auch Menschen, die versorgt und/oder betreut werden müssen. Und hier kommen Sie ins Spiel: Für voraussichtlich einmal jährlich stattfindende Einsatzübungen sucht das Team Katastrophenschutz im Bereich 3.3 Freiwillige, die sich als Verletzte oder Betroffene zur Verfügung stellen.
Was bedeutet die Aufgabe für Sie konkret?
Die Übungen sind meist an Wochenenden terminiert. Während der Übung sind Sie über die Unfallkasse versichert.
Mitmachen können alle, die das 16. Lebensjahr vollendet haben und sich dazu in der Lage fühlen, mit Kunstblut, echt wirkenden Wunden und einer unruhigen Kulisse zurechtzukommen. Vorkenntnisse müssen Sie nicht mitbringen. Alles, was Sie wissen müssen, erklären Ihnen die zuständigen Kollegen in der Vorbereitung. Falls Interesse besteht, können Sie auch Angehörige, Freunde, Nachbarn etc. zum Mitmachen motivieren.
Die nächste Übung findet am Samstag, 26.9.2026, vormittags statt. Das Anmeldeverfahren ist für diesen Termin bereits abgeschlossen.
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